Honduras: Auf dem Weg in eine Diktatur?

© Makila and Naretiv documentary film production

Seit dem Militärputsch im Jahr 2009 ist die Menschenrechtssituation in Honduras kritisch. Die zunehmende Militarisierung, die hohe Straflosigkeit und die eingeschränkte Unabhängigkeit zahlreicher Institutionen machen die Arbeit von lokalen Menschenrechtsverteidiger*innen extrem prekär. Mehr als 30 Journalisten wurden laut Reporter ohne Grenzen seitdem getötet. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht das Land auf Platz 140 von 180. Die Organisation Global Witness verzeichnet mehr als 120 ermordete Aktivist*innen in den letzten sieben Jahren.

Gemeinsam mit Peace Brigades International laden wir am 22. Mai ein zu einem Abend über Honduras. Wir zeigen den Film

Resistencia: The Fight for the Aguan Valleya

Im Jahr 2009 putscht das Militär gegen den honduranischen Präsidenten Mel Zelaya. Landesweit organisiert sich eine Widerstandsbewegung – “La Resistencia”. Der Film zeigt den mutigen Kampf landloser Kleinbäuer*innen im Aguan-Tal, die mit 2000 Familien die Palmöl-Plantagen von Miguel Facusse, selbst größter Landbesitzer in Honduras und einer der zentralen Figuren im Putsch, besetzen und bewirtschaften. Über vier Jahre lang begleitet die Kamera drei Kleinbauern im Aufbau neuer Gemeinschaften auf besetztem Land, zeigt die gewaltvollen Antworten des Staates und portraitiert die Hoffnungen der “Resistencia” auf einen Wandel durch demokratische Wahlen.

Nach dem Film spricht Joana Kathe, Projektreferentin Honduras von pbi Deutschland über die aktuelle Situation im Land. Ein Jahr lang begleitete sie im pbi-Honduras Projekt Aktivist*innen und war tief beeindruckt von ihrer Stärke und ihrem Mut bei ihrem täglichen, gewaltfreien Einsatz für ein gutes Leben. Davon wird sie berichten und mit Euch/Ihnen auch über die aktuell sehr angespannte Situation in Honduras diskutieren.

Film Resistencia: The Fight for the Aguan Valley
Doku, Canada/Honduras, 2015, 92 min., En/Sp, Regie: Jesse Freestone

Eintritt frei
Dienstag, 22. Mai 2018 um 18.30 Uhr
Infoladen Linker Projekte
Blücherstrasse 46, Hinterhof, 65195 Wiesbaden

In Kooperation mit Peace Brigades International

Filmabende: The Cleaners

® gebrueder beetz filmproduktion

Am 17., 18. und 20. Mai zeigen wir in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater den Kinofilm

The Cleaners – Im Schatten der Netzwelt

Wer sind die Menschen, die bei Facebook oder Youtube unangemessene Inhalte löschen? Und was empfinden sie bei der Ausübung dieser Tätigkeit?

Die Dokumentation enthüllt eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur in Manila, dem weltweit größten Outsourcing-Standort für Content Moderation. Dort löschen zehntausende Menschen in Zehn-Stunden-Schichten im Auftrag der großen Silicon-Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos von Facebook, YouTube, Twitter und Co. Komplexe Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten werden so an die Content Moderatoren ausgelagert. Die Kriterien und Vorgaben, nach denen sie agieren, ist eines der am besten geschützten Geheimnisse des Silicon Valleys.

Die Grausamkeit und die kontinuierliche Belastung dieser traumatisierenden Arbeit verändert die Wahrnehmung und Persönlichkeit der Content Moderatoren. Doch damit nicht genug. Ihnen ist es verboten, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Parallel zu den Geschichten von fünf Content Moderatoren erzählt der Film von den globalen Auswirkungen der Onlinezensur und zeigt, wie Fake News und Hass durch die sozialen Netzwerke verbreitet und verstärkt werden.

The Cleaners feierte beim Sundance Film Festival 2018 in der Sektion „World Cinema Documentary Competition” seine Weltpremiere.

„Achtundachtzig Minuten sind nicht annähernd genug Zeit, um jeden Kritikpunkt vollständig zu untersuchen, aber THE CLEANERS schafft es auf respektable Art, seine widerspenstigen Anekdoten in einen kohärenten Gedankenstrom zu bringen.“ (The Hollywood Reporter)

„Der düstere Ton, der am Anfang angeschlagen wird, mit anonymen Angestellten, die sich hinter dem Monitor verbergen, weicht dem von entsetzter Verzweiflung.“ (Variety)

Regie: Hans Block, Moritz Riesewieck, DE/US 2017, 90 min, DCP, OmU, FSK: beantragt

Donnerstag, 17.5. um 20.15 Uhr (OmU)
Samstag, 18.5. um 18 Uhr (OmU)
Sonntag, 20.5. um 20.15 Uhr (OmU)
Eintritt: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Filmabende: Transit

© Schramm Film/Marco Krüger

Am 17., 19. und 20. Mai zeigen wir in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater den Kinofilm

TRANSIT

Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft.

In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an. Und auf einmal taucht eine geheimnisvolle Frau auf, die nach ihrem Ehemann sucht: Einem Schriftsteller …

TRANSIT basiert auf dem 1942 in Marseille entstandenen gleichnamigen Roman von Anna Seghers. In einer atemberaubenden, fast schwebenden Begegnung des historischen Stoffs mit der Gegenwart des heutigen Marseille erzählt Christian Petzold die Geschichte einer großen, fast unmöglichen Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist.

In den Hauptrollen spielen Franz Rogowski (European Shooting Star 2018) und Paula Beer (nominiert zum Europäischen Filmpreis für ihre Hauptrolle in François Ozons FRANTZ).

Regie: Christian Petzold, DE/FR 2018, 101 min, DCP, DF, FSK: ab 12

Donnerstag, 17.5. um 18 Uhr 
Samstag, 19.5. um 20.15 Uhr
Sonntag, 20.5. um 18 Uhr
Eintritt: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Filmabende: Eldorado

Foto: Peter Indergand, Majestic/zero one film

Am 11., 12. und 13. Mai 2018 zeigen wir in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater den Kinofilm

Eldorado

Es ist eine Erinnerung, die den preisgekrönten Regisseur Markus Imhoof sein Leben lang begleitet hat: Es ist Winter, die Schweiz ist das neutrale Land inmitten des Zweiten Weltkriegs und Markus Imhoofs Mutter wählt am Güterbahnhof ein italienisches Flüchtlingskind aus, um es aufzupäppeln. Das Mädchen heißt Giovanna – und verändert den Blick, mit dem der kleine Markus die Welt sieht.

70 Jahre später kommen wieder Fremde nach Europa. Markus Imhoof hat Giovanna nie vergessen, hat ihre Spuren verfolgt und in ihrem Land gelebt. Nun geht er an Bord eines Schiffes der italienischen Marine, es ist die Operation „Mare Nostrum“, in deren Verlauf mehr als 100.000 Menschen aus dem Mittelmeer gezogen werden. Mit den Augen des Kindes, das er damals war, spürt er den Fragen nach, die ihn seit jeher umtreiben.

Ausgehend von seiner persönlichen Begegnung mit dem italienischen Flüchtlingskind Giovanna im 2. Weltkrieg erzählt Markus Imhoof, wie Flüchtlinge und Migranten heute behandelt werden: auf dem Mittelmeer, in Italien und in der Schweiz.

„Ein angenehm nüchterner, empathischer und persönlicher Film über die Flüchtlingssituation.“ (filmstarts.de)

„Das Einzige, was uns am Ende bleibt, sind Erinnerungen, die auf Liebe basieren.“

Wiesbadener Erstaufführung
Regie: Markus Imhoof, DE/CH 2018, 95 min, DCP, DF, FSK: ab 6

Freitag, 11.5. um 20.15 Uhr
Samstag, 12.5. um 18 Uhr
Sonntag, 13.5. um 20.15 Uhr
Eintritt: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden